Sieben Fragen an die beiden Wie geht Natur?! Filmemacher Jakob Friedrich und Jason Krüger
- Wie ist die Idee zum Film entstanden?
Die Idee zum Film entstand aus der langjährigen Freundschaft unseres Vaters zu Michael Succow. Er hat ihn privat und durch viele Filmprojekte über Michels viele Auslandseinsätze kennengelernt und war ihm und seiner Mission über die Filmarbeit im Herzen verbunden. Der Wunsch Michel “Ein Denkmal zu setzen” lag deswegen schon fast ein Jahrzehnt zurück. Unser Vater hat uns mit seiner Begeisterung angesteckt und wir haben verstanden, dass Michels Geschichte als Vorbild für gelungenen Naturschutz für die Nachwelt festgehalten werden muss. 2023 ist es uns endlich gelungen, eine Finanzierung für einen Film über Michael Succows Leben auf die Beine zu stellen.
- Wie seid ihr auf den Titel des Films gekommen?
Der Film sollte vor allem auch einem jüngeren Publikum gefallen, deswegen waren wir auf der Suche nach der Kernfrage, die Michael Succow Zeit seines Lebens motiviert haben muss. In der Unschärfe „Wie geht Natur?!” stecken eigentlich alle Fragen hinter den Motivationen, die wir bei Michael Succows Wirken herauslesen konnten. Außerdem ist Wie geht Natur?! eine bewusst ungrammatische Leitfrage nach dem Zustand der Natur, der Funktionsweise von Ökosystemen und die Frage nach wirksamem Naturschutz.
- Warum habt ihr euch dafür entschieden, künstliche Intelligenz – gestützte Reenactments für den Film zu verwenden und wie schätzt ihr die künftigen Entwicklungen in diesem Bereich ein?
Gerade um jungen Menschen die Möglichkeit einer “anfassbaren” Identifikationsfigur anzubieten, waren wir auf der Suche nach einer möglichst realistischen Bebilderung der historischen Meilensteine von Michels Leben. Wir wollten zeigen, dass der fast über lebensgroß wirkende Michael Succow nicht nur der weise Mann mit weißem Bart ist, sondern auch mal ein junger Student war mit Schalk und einem ganz normalen Leben. Wir wollten durch Michels bescheidenes Großwerden erfahrbar machen, dass quasi jeder Mensch mit Motivation, Neugierde und ein wenig Glück großes erreichen kann. Zufälligerweise hatte KI zum Zeitpunkt der Postproduktion einen Entwicklungsstand erreicht, der es uns ermöglichte, historische Fotos in Bewegung zu versetzen. Ohne neue Inhalte dazu dichten zu müssen, erschien uns dies als die authentischste Möglichkeit, Menschen an Micheal Succows frühen Jahren teilhaben zu lassen. Wir haben bis auf zwei Ausnahmen bewusst darauf verzichtet, KI dafür zu benutzen, um Szenen neu zu generieren. Es handelt sich bei allen Bildern um Originalfotos, die wir leicht in Bewegung versetzen, um das Eintauchen in die Geschichte zu erleichtern.
- Wie war die Zusammenarbeit mit Michael Succow?
Sein großes Herz gepaart mit seinem messerscharfen Verstand sind eine Kraft, die überwältigt und ansteckt. Die Zusammenarbeit war einfach wunderbar und wir sind sehr dankbar, dass Michel uns auch nach dem Tod unseres Vaters vertraut hat, seine Geschichte erzählen zu dürfen.
- Welche Wirkung erhofft ihr euch von dem Film?
Wir hoffen, dass wir mit dem Film genauso inspirieren und motivieren, wie Michel es in Persona tut. Wenn von allen Menschen, die diesen Film sehen, einer dabei ist, der dadurch angetrieben ähnliches erreicht wie Michael Succow, dann haben wir unseren Auftrag erfüllt.
- Was hat der Film mit euch gemacht?
Er hat uns bestärkt in der Erkenntnis, dass Geschichte stets von Mutigen geschrieben wird. Gerade in Zeiten wie diesen hat uns dieses Gefühl von Mut ein Gefühl von Zuversicht gegeben.
- Welches Projekt wollt ihr als nächstes realisieren?
Wir sind immer auf der Suche nach großen gesellschaftlichen Themen und den Menschen dahinter. Wir wollen verständlich machen, wie etwas geht. Bei unserem neuesten Projekt finden wir heraus, wie neue Formen der Landwirtschaft gehen.


